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Münchner Forum Nachhaltigkeit


Gemeinsam mit dem oekom Verein und der Schweisfurth-Stiftung führt sie Selbach-Umwelt-Stiftung seit 2005 die regelmäßige Vortragsreihe "Münchner Forum Nachhaltigkeit" durch.

 

Als zusätzliche Kooperationspartner konnten in den letzten Jahren gewonnen werden: Die Umwelt-Akademie e.V., Bürgerstiftung München, Green City e.V., Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Ringvorlesung Umwelt der Studentischen Vertretung der TU München.

 

Eine Überblick über die Vorträge der Jahre 2005 bis 2016 finden Sie hier.

 

 

 

112. Abend: Mittwoch, den 24. Oktober 2018

 

Rudi Erlacher

 

Energiewende in den Alpen

Eine kritische Betrachtung aus Sicht des Naturschutzes

 

 

Zum Thema:

Der Alpenraum ist nicht nur in besonderem Maße vom Klimawandel betroffen, er soll auch verstärkt zur Energiewende beitragen. Im Zentrum steht die Wasserkraft – selber eine Erneuerbare Energie und zugleich ideales Speichermedium für Wind- und Sonnenenergie.

 

Übersehen wird dabei, dass dafür bisher unverfügte Natur- und Landschaftsräume unter Speicherseen verschwinden und Wildbäche in diese umgeleitet werden. Natur und Landschaft aber sind nicht erneuerbar.

 

Hier ist radikales Umdenken erforderlich, wie der Referent des Abends in seinem Vortrag anhand konkreter Beispiele der Energiegewinnung im Alpenraum darlegen wird.

 

Zum Referenten:

Rudi Erlacher, Physiker und Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

münchner zukunftssalon, oekom e.V., Waltherstr. 29 Rgb., 80337 München (U-Bahn Goetheplatz):

19.00 Uhr bis ca. 21.00 Uhr.

Anmeldung erforderlich

 

 

 

111. Abend: Dienstag, den 9. Oktober 2018

 

Andreas Huber & Ulrich Ahlke

 

Energie für die Wende

(Auftakt 12. Münchner Klimaherbst)

 

Zum Thema:

Energie ist bekanntlich überall – und die Energiewende ebenso. Von global bis lokal, von kommunal über gewerblich bis hin zur persönlichen Perspektive: Wir spannen zur Eröffnung des 12. Münchner Klimaherbstes den facettenreichen Bogen und bleiben nicht bei den Hemmnissen stehen. Denn gute Gründe und gute Beispiele finden sich auf allen Ebenen und zeigen Wege aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern für Wärme, Strom und Treibstoff auf.

 

Zu den Referenten:

Mit unseren Referenten tauchen wir ein in die Transformation. Andreas Huber, jüngstes Mitglied des Club of Rome in Deutschland, schenkt uns den Adlerblick auf Gegenwart und Zukunft mit einem spannenden Kurzvortrag. Anschließend zoomen wir auf die lokale Ebene und erfahren von Ulrich Ahlke, Leiter des Amts für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Landkreises Steinfurt, mit wie viel Power und Vielfalt dort die Energiewende gestaltet wird. Die Frage nach den eigenen Ressourcen – von Zeit bis Humor – wird uns ebenso kurzweilig beschäftigen wie das ein oder andere gedankenanregende Intermezzo, vom
Poetry Slam (Julius Althoetmar) bis zu unserem Special Guest: dem Münchner Kneipenchor.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

Alter Rathaussaal, Marienplatz 15 (München)

Anmeldung erforderlich (bei dieser Veranstaltung nur über Netzwerk Klimaherbst e.V. möglich)

 

 

 

110. Abend: Freitag, den 14. September 2018

 

Dr. Kirsten Brodde

 

Out-Fit für die Zukunft?

Besser leben ohne Wegwerfmode

 

 

Zum Thema:

Wer kennt das nicht? Der Kleiderschrank wird immer voller, die Garderobe immer üppiger und das schlechte Gewissen angesichts der dunklen Seiten der Modeindustrie immer größer.

 

Dabei geht es auch ganz anders: Wer Altes neu entdeckt und durch Upcycling neue Lieblingsteile kreiert, kann sich von kurzlebigen Modetrends lossagen und ist trotzdem gut gekleidet. Schrankhüter werden auf Tauschpartys durch Neues ersetzt. Und wenn es doch mal was »ganz Neues« sein soll, bietet die aufblühende öko-faire Modeszene ansprechende Designs zu angemessenen Preisen. Oder man leiht sich Kleidungsstücke – ein vielversprechender Trend, der Zukunft hat.

 

Auch Umwelt und Klima werden es danken. Denn abgesehen von der Belastung von Mensch und Natur durch giftige Chemikalien beim Pflanzenbau und bei der Verarbeitung von Textilien (z.B. durch Färbereien) verbraucht die Produktion von Kleidung fossile Energie und heizt das Klima auf: 2015 waren die Treibhausgas-Emissionen der Textilindustrie höher als die der internationalen Luftfahrt und Schifffahrt zusammen. Acht Prozent des globalen Treibhausgas-Ausstoßes gehen momentan auf das Konto der Textilindustrie – das entspricht der Klimawirkung der Europäischen Union.

 

Zur Referentin:

Die Referentin des Abends, Dr. Kirsten Brodde, gilt als eine der profiliertesten Kritikerinnen der Textilindustrie. Sie leitet die globale Detox-Kampagne von Greenpeace, die sich mit den Umweltschäden der überhitzten Modebranche beschäftigt. Von 2012 bis 2015 war sie Mitglied der Jury des Bundespreises Ecodesign. Sie wird in dem Vortrag einen Zehn-Schritte-Plan für eine ebenso nachhaltige wie individuelle Garderobe aufzeigen.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

münchner zukunftssalon, oekom e.V., Waltherstr. 29 Rgb., 80337 München (U-Bahn Goetheplatz):

18.00 Uhr bis ca. 20.00 Uhr.

Anmeldung erforderlich

 

 

 

109. Abend: Donnerstag, den 28. Juni 2018

 

Hans-Josef Fell

 

Die globale Wende zu 100 % Erneuerbare Energie

 

Zum Thema:

Die Stromversorgung in Deutschland wird Jahr für Jahr „grüner“. 2017 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bereits bei rund 36 Prozent, im Januar 2018 sogar zeitweilig bei über 50 Prozent. Die „Erneuerbaren“ sind definitiv aus der Nische raus. Doch wie sieht es global aus?

 

Auch weltweit ist eine Energiewende hin zu 100% erneuerbarer Stromversorgung bis spätestens 2050 machbar. So lautet das Ergebnis einer bahnbrechenden neuen Studie der finnischen Lappeeranta University of Technology (LUT) und der Energy Watch Group (EWG), Berlin, die im November 2017 im Rahmen der Klimakonferenz der Vereinten Nationen COP23 in Bonn präsentiert wurde. Die Studie widerlegt ein oft von Kritikern der Energiewende zitiertes Argument, dass Erneuerbare Energien nicht in der Lage wären, Strom ganzjährig zu jeder Tageszeit zu liefern.

 

„Auch bei wachsender Weltbevölkerung ist eine komplette Dekarbonisierung des Elektrizitätssektors bis zum Jahr 2050 umsetzbar und dabei kostengünstiger als das heutige Stromsystem. Die Energiewende ist nicht länger eine Frage von technologischer Umsetzbarkeit oder wirtschaftlicher Rentabilität, sondern eine Frage des politischen Willens“ – so das Fazit der Studie. In der Vortragsveranstaltung werden zentrale Ergebnisse der Studie vorgestellt und der Weg hin zu einer globalen Energiewende aufgezeigt.

 

Zum Referenten:

Referent ist Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group und von 1998 bis 2013 Bundestagsabgeordneter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Hans-Josef Fell gilt international als einer der wichtigsten Vordenker der Energiewende und war Hauptautor des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes aus dem Jahr 2000.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

münchner zukunftssalon, oekom e.V., Waltherstr. 29 Rgb., 80337 München (U-Bahn Goetheplatz):

19.00 Uhr bis ca. 21.00 Uhr.

Anmeldung erforderlich

 

 

 

108. Abend: Mittwoch, den 16. Mai 2018

 

Dr. Luitgard Marschall

 

Seltene Erden

Umkämpfte Rohstoffe des Hightech-Zeitalters

 

Zum Thema:

 

Ebenso unbekannt wie unverzichtbar: so lassen sich die 17 Metalle charakterisieren, die unter dem Begriff „Seltene Erden“ in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Ihre besondere Bedeutung verdanken sie der Tatsache, dass sie in äußerst sensiblen Bereichen Einsatz finden: Nicht nur für die digitale Welt, für Smartphones und Computer, sondern auch für Windräder, Hybrid- und Elektroautos sind sie unverzichtbar – ganz abgesehen von ihrer Bedeutung für die Militärtechnologie. Die Seltenen Erden stehen wie kaum ein anderes Metall für die großen Themen unserer Zeit – sei es die Energiewende, sei es die Industrie 4.0.

 

In der öffentlichen Diskussion dominieren – angesichts immer wieder drohender Versorgungsengpässe – die technischen und ökonomischen Aspekte. In dem Vortrag sollen vor allem die ökologischen und politischen Konflikte aufgezeigt werden, die im Endprodukt nicht mehr sichtbar sind: Einerseits sind die Metalle wichtige Bestandteile „grüner Zukunftstechnologien“, andererseits sind ihr Abbau und ihre Gewinnung selbst wenig nachhaltig, vielmehr mit hohen Umweltrisiken und gesundheitlichen Gefahren verbunden. Dies verdeutlichen u.a. Recherchen der Referentin in Malaysia, von denen sie in ihrem Vortrag berichten wird. – So stellt sich die zentrale Frage:

  • Welche Perspektiven und Praktiken gibt es für eine nachhaltigere Nutzung dieser wichtigen Substanzen?

Zur Referentin:

Luitgard Marschall studierte Pharmazie und promovierte im Fach Technikgeschichte. Sie war als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität München und am Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg tätig, wo sie sich zuletzt intensiv mit der Stoffgeschichte der Seltenen Erden beschäftigt hat.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

münchner zukunftssalon, oekom e.V., Waltherstr. 29 Rgb., 80337 München (U-Bahn Goetheplatz):

19.00 Uhr bis ca. 21.00 Uhr.

Anmeldung erforderlich

 

 

 

107. Abend: Dienstag, den 10. April 2018

 

Dr. Andreas Segerer

 

Das stille Sterben der Insekten

Ursachen und notwendige Gegenmaßnahmen

 

Zum Thema:

Im Oktober vergangenen Jahres sorgte eine wissenschaftliche Studie über den dramatischen Insektenrückgang für Furore. Forscher und Naturschützer hatten durch jahrelanges Monitoring festgestellt, dass auf den untersuchten Flächen in den letzten 25 Jahren über drei Viertel der Insektenmasse verloren gegangen ist: ein bundesweites Problem, das auch über die ständig wachsenden Roten Listen der gefährdeten Arten Deutschlands für mehrere tausend Insektenarten dokumentiert ist.

 

Obwohl diese Tiere gemeinhin als zäh und stresstolerant gelten, verschwinden sie in einem nie gekannten Ausmaß aus unserer Landschaft. Dies fällt inzwischen auch Laien auf und selbst Naturschutzgebiete sind massiv betroffen.

 

Auch die Schmetterlingswelt in Bayern ist akut bedroht. Zahlreiche Schmetterlingsarten, die noch vor einem halben Jahrhundert allgegenwärtig waren, sind heute kaum noch zu finden. Seit den 1970er-Jahren nahm z.B. die Häufigkeit der nachtaktiven Schmetterlinge in einigen Gebieten Bayerns um über 80 Prozent ab.

 

  • Was sind die Ursachen für das rasante „Insektensterben“?
  • Welche Rolle spielen Klimawandel und Landnutzung?
  • Welche Maßnahmen wären kurz- und langfristig erforderlich, um dem Verlust an Insekten zu stoppen?

 

 Diesen drei Fragen wird Dr. Andreas Segerer in seinem Vortrag nachgehen.

 

Zum Referenten:

Dr. Segerer ist Mikrobiologe, Insektenforscher und Schmetterlingskundler an der Zoologischen Staatssammlung München. 2016 veröffentlichte er mit Kollegen einen viel beachteten Statusbericht zur Schmetterlingswelt in Bayern.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

münchner zukunftssalon, oekom e.V., Waltherstr. 29 Rgb., 80337 München (U-Bahn Goetheplatz):

19.00 Uhr bis ca. 21.00 Uhr.

Anmeldung erforderlich

 

 

 

106. Abend: Freitag, den 9. März 2018

 

Prof. Dr. Tilman Santarius

 

Smarte grüne Welt?

Chancen und Risiken der Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung

 

Zum Thema:

„Alles wird sich ändern! Eine neue Welt entsteht!“ So lautet der prophetische Ruf aus der IT-Branche, wenn es um Digitalisierung und ihre gesellschaftliche Tragweite geht. Und kaum einer zweifelt noch daran, dass wir uns mitten in einer digitalen Revolution befinden.

 

Dass die rasante elektronische Durchdringung nahezu sämtlicher Wirtschafts- und Lebensbereiche große Risiken für den Datenschutz und den Arbeitsmarkt mit sich bringt, ist mittlerweile Thema in der öffentlichen Debatte. Weniger jedoch die ökologischen Auswirkungen der Digitalisierung. Hier überwiegt die Hoffnung, dass Energie und Rohstoffe durch die Digitalisierung eingespart werden. Aber wie wahrscheinlich ist das?

  • Führt die Digitalisierung in eine smarte grüne Welt, in der alle vom technischen Fortschritt profitieren und wir zugleich schonender mit der Umwelt umgehen?
  • Oder steuern wir auf einen digitalen Turbokapitalismus zu, in dem einige wenige Geld und Macht in Händen halten und die Wirtschaft noch weiter über die plantaren Grenzen hinauswächst?

Tilman Santarius analysiert in seinem Vortrag, wie sich die Digitalisierung sozial und ökologisch auswirkt: auf Energie- und Ressourcenverbräuche, Konsum, Arbeitsplätze, Ungleichheit und Wirtschaftswachstum. Und er zeigt auf, wie wir die Digitalisierung anders gestalten können – damit sie die Welt auch wirklich sozialer und grüner macht.

 

Zum Referenten:

Dr. Tilman Santarius ist Professor für Sozial-Ökologische Transformation und Nachhaltige Digitalisierung an der TU Berlin und am Einstein Center Digital Futures.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

orange bar bei Green City Energy, Zirkus-Krone-Str. 10, 80335 München (nähe Hackerbrücke): Lageplan

19.00 Uhr bis ca. 21.00 Uhr

 

 

 

105. Abend: Donnerstag, den 25. Januar 2018

 

Prof. Dr. Harald Lesch

 

Klimaschutz

Warum tun wir nicht, was wir tun sollten? Oder müssten!

 

Zum Thema:

In dem Pariser Klimaschutzabkommen vom Dezember 2015 hat sich die Völkergemeinschaft darauf verständigt, bis 2050 die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Gleichzeitig wollen dann rund neun Milliarden Menschen in (unserem?) Wohlstand leben. Das wird mit einem blinden „Weiter-so“ bei Ressourcenverbrauch und Emissionen nicht gehen – die Natur lässt nicht mit sich verhandeln.

 

Die Antwort auf den Klimawandel kann nur eine nachhaltige Industrie-, Energie- und Klimapolitik sein, die das Klima tatsächlich schützt, industrielle Innovationen fördert, eine langfristige, umwelt- und klimaverträgliche Energieversorgung sichert und sozialen Fortschritt voranbringt. Wachstum wie bisher und Nachhaltigkeit – beides ist gleichzeitig nicht zu haben.

 

Für den Prozess dieser „großen Transformation“ bedarf es einer Bewusstseinsänderung in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – und darauf aufbauend: konsequentes Handeln aller Beteiligten. Der Vortrag wird auf die Gründe eingehen, warum wir uns als Gesellschaft bislang so schwer tun mit dem notwendigen Wandel, und aufzeigen, wie es gelingen könnte, die Handlungsblockaden bei Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung zu überwinden.

 

Zum Referenten:

Prof. Dr. Harald Lesch ist Astrophysiker am Institut für Astronomie und Astrophysik der Ludwig-Maximilians-Universität und lehrt Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München. Als Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator erreicht er seit Jahren ein Millionenpublikum.

 

Kooperationspartner: Die Umwelt-Akademie e.V. und Ev. Stadtakademie München

 

Veranstaltungsort und -zeit:

Ludwig-Maximilians-Universität München (Geschwister-Scholl-Platz 1), Hauptgebäude, Hörsaal B101

19.00 Uhr bis 21.00 Uhr.